Ein Forschungsprojekt des Institutes für Pflegewissenschaft - Universität Basel

INTERSCALE Studie

INTERCARE erfolgreich einführen – mit klarer Strategie

Die Einführung von INTERCARE ist ein Organisationsentwicklungsprozess, der gut geplant sein will. In den INTERCARE-Institutionen haben sich folgende Massnahmen (Implementierungs-Strategien) bewährt:

  • Vorbereitende Workshops mit den teilnehmenden Pflegeinstitutionen
  • Regelmässige Coaching für Leitung und INTERCARE-Pflegefachpersonen
  • Ein Ausbildungsprogramm (CAS INTERCARE)
  • Feedback zu Qualitätsindikatoren (z. B. Spitaleinweisungen)
  • Praktische Materialien zur Umsetzung der Kernelemente

Diese Implementierungsstrategien waren wichtig für den Erfolg – aber auch aufwändig. Damit INTERCARE breit eingeführt werden kann, muss der Nutzen in einem guten Verhältnis zu Kosten und Aufwand stehen.

INTERSCALE Projekt Zeitlinie

*Erkenntnisse erlauben der Politik, Leistungserbringerverbänden und anderen Organisationen, Pflegeinstitutionen optimal bei der Stärkung der Pflegeexpertise und der Weiterentwicklung der Pflegequalität zu unterstützen, um sich gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu stellen.

Ablauf der INTERCARE Studie

Wir befinden uns derzeit in Arbeitspaket 2 und sind mit der ersten INTERSCALE Kohorte im April 2024 gestartet. Die zweite Kohorte startete im April 2025.

In Arbeitspaket 1 (AP1) wurde einerseits das INTERCARE Modell auf Basis der Erfahrungen aus der ersten Umsetzung überprüft und aktualisiert (z. B. Anpassung der Unterrichtsinhalte für die INTERCARE Pflegefachpersonen an die aktuelle Evidenz, Update von Informationsmaterialen für die Pflegeinstitutionen).
Andererseits wurden passende Implementierungsstrategien für Arbeitspaket 2 (AP2) entwickelt, die im Vergleich zu den in der ersten Umsetzung von INTERCARE verwendeten Strategien weniger ressourcenintensiv sind. Dazu können z. B. die Dauer, die Häufigkeit oder die Form verändert werden oder es können Strategien weggelassen oder durch weniger aufwändige ersetzt werden. Die Entwicklung baut auf einer theoriegeleiteten Kontextanalyse auf, die bereits im ersten Durchgang identifizierte, hinderliche und förderliche Faktoren für die Umsetzung aktualisiert.

Die Aktualisierung und Entwicklung geschah in einem partizipativen Ansatz mit einer Arbeitsgruppe von Pflegeinstitutionen und einer Stakeholdergruppe.

  • Pflegeinstitutionen: sowohl Institutionen aus dem ersten Durchgang als auch Institutionen mit Interesse an INTERSCALE
  • Stakeholdergruppen: alle Stakeholder aus dem ersten Durchgang mit Ergänzungen (d. h. z. B. Vertretungen von Politik, Behörden, Leistungserbringende, Berufsgruppen, Bewohnende-Räte).

Ziel der Workshops mit der Arbeitsgruppe war es, den Aktualisierungsbedarf zu identifizieren und sowohl das INTERCARE-Modell als auch die Implementierungsstrategien kontextadäquat zu aktualisieren, resp. neue zu entwickeln.

In AP 2 wird INTERCARE in einer cluster-randomisierten kontrollierten Studie in 19 Pflegeinstitutionen in der Deutschschweiz eingeführt. Die teilnehmenden Pflegeinstitutionen werden nach dem Zufallsprinzip zwei Studiengruppen zugeteilt. Beide Gruppen erhalten die INTERCARE Intervention.

  • In der ersten Gruppe kommen die Implementierungsstrategien analog zur INTERCARE-Studie zum Einsatz
  • In der zweiten Gruppe wird eine weniger kostenintensive Variante an Implementierungsstrategien durchgeführt.

Die Studie startete in 2024 und die Intervention dauert 25 Monate pro Pflegeinstitution (gestaffelter Start mit 3 Kohorten).

Im Rahmen der Evaluation werden verschiedene Ergebnisse untersucht:

  • Implementierungsergebnisse: Es wird die Wirksamkeit der unterschiedlichen Implementierungsstrategien in Bezug auf z. B. Umsetzungstreue der Kernelemente von INTERCARE untersucht. Es werden Akzeptanz und Machbarkeit der Implementierungsstrategien erfragt und die Nachhaltigkeit der Umsetzung bis 2 Jahre nach Umsetzungsbeginn erhoben
  • Klinische Ergebnisse, d.h. Reduktion der Anzahl ungeplanter Spitaleinweisungen
  • Kosten und Kosteneffizienz: Es wird untersucht, wie viel die Implementierung aus Perspektive der Forschungsgruppe und der Pflegeinstitutionen kostet und welche Kombination von Implementierungsstrategien kosteneffizienter ist.
    – Organisationsergebnisse: wir untersuchen, wie sich Absenzen und Personalfluktuation entwickeln im Lauf der Studienteilnahme.

Finanzierung

INTERSCALE wird finanziell unterstützt von: